Der Duft der Frauen …


… spielt im gleichnamigen, exzellenten Hollywood Drama, welches Al Pacino seinen bislang einzigen Oscar einbrachte, eine zwar plot-bezogen beiläufige, im erzählerischen Kontext aber entscheidende Rolle. Darin findet der erblindete Colonel Frank Slade, ursprünglich zu seiner persönlichen Lebensabschiedsparty nach New York aufgebrochen, unter anderem mit Hilfe seines Geruchssinnes – und damit verbundenen Erinnerungen – zurück zu seinem Lebenswillen.

Hätte der Filmtitel »Der Duft der Männer« gelautet, wären sicherlich nicht über 130 Millionen Besucher in die Kinos geströmt. Obschon das Thema bei der Partnerwahl eine bedeutende Rolle spielt: Das sprichwörtliche »sich nicht riechen können« ist tatsächlich ein überaus relevanter Faktor bei der Wahl seiner/seines Liebsten. Es bezieht sich auf die Wahrnehmung von hormonellen Düften, Pheromone genannt, deren Wirkung sich sogar bis hin zu einer unbewussten Abhängigkeit erstrecken kann.

Jeder Duft dringt ungebremst und unzensiert in unser Gefühls- und Erinnerungszentrum. Nichts bleibt länger auf unserer Festplatte gespeichert als ein Geruch – kein Geräusch, kein Bild. Und wir können durchschnittlich bis zu 10.000 Gerüche unterscheiden. Nicht ganz so viele Düfte werden in dieser QVEST Ausgabe behandelt; jene, denen wir ein Forum gegeben haben, dafür umso intensiver.

Gehen Sie mit uns auf eine Duftreise in die Vergangenheit und überblicken Sie die Parfumklassiker von 1950 bis heute (S.55), bevor uns der Kunsthändler Roger Szmulewicz zu einer Entdeckungsreise durch die stille Modemetropole Antwerpen 1 einlädt (S.146). Ob die deutsche Schauspielerin Nora von Waldstätten 2 den vielleicht berühmtesten Duft der Welt trug, als wir sie in die neueste Haute Couture Kollektion des legendären Modehauses Chanel hüllten (S.68), wissen wir nicht, aber wir erfahren im Gespräch mit den Parfumeuren Vero Kern 3 und James Heeley, wie sich unter 1.200 marktgängigen Düften ein Nischenmarkt behauptet (S.62). Dass man Revolution in Flakons packen kann, und welche zweifelhaften Aromen hierfür Pate stehen, verrät uns die Geschichte auf S.100. Nach Freiheit und Abenteuer riecht eine außergewöhnliche Fotostory von Jason Lee Parry 4 ab S.154. Das Topmodel Rosie Huntington-Whiteley 5 wird Sie, vom Starfotografen Rankin ein-gefangen, nicht olfaktorisch, dafür aber mit äußerst visueller Vielfalt beeindrucken (S.84).
Vielfalt ist mein Stichwort zu dieser Ausgabe, denn hiervon kann ich Ihnen eine Menge versprechen. Reinlesen ist sehr zu empfehlen, und obschon Inspiration nach Paul Smith eigentlich überall passiert, dürften Sie mit diesen 212 Magazinseiten eine verstärkte QVEST-Konzentration in Ihren Händen halten.
Machen Sie was draus …

Michael Kaune

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