Winter is coming …
… lautet eine Episode von »Game of thrones«, einer durchaus empfehlenswerten HBO Serie nach George R. R. Martins Romanvorlage »Das Lied von Eis und Feuer«. Man muss kein Fan der Genres Fantasy, Drama und Abenteuer sein, um dem eigentlichen roten Faden gerne zu folgen. Faszinierend ist vor allem, dass sich in einer frei erdachten Zeit und einem unbekannten Land, eine Gesellschaft widerspiegelt, wie wir sie tatsächlich täglich erleben. Sicherlich hier und da etwas zugespitzt und wie üblich in derartigen Drehbüchern, aber damit eben das aufzeigend, was unsere Welt insgesamt betrachtet ausmacht – Kulturen, Rituale, Vergnügen, Angst vor Unbekanntem, Selbsterhaltung, Macht und der immerwährende Wunsch, »etwas zu hinterlassen« – insofern man im Heute und Jetzt schon alles Lebensnotwendige für sich erreicht hat. Eine schöne Studie für den richtigen Umgang mit Positionen und Verantwortungen – und eben dem Falschen, wobei hier der Erfolg der jeweils persönlichen Entscheidung, nicht dem üblichen Prozedere vom Sieg des Guten über das Böse folgt. Das alles ganz unabgelenkt von Schuh-, Frisuren- oder Taschentrends und Schönheitsoperationen, die wir in anderen amerikanischen Erfolgsserien über Gedanken und Diskussion menschlicher Beziehungsgeflechte, noch nebenbei erlernen dürfen.
Gesellschaft, Szene, Kultur – ist das alles vom gleichen Gedanken getrieben: Vom »Mehr« – mehr haben, mehr erreichen, mehr darstellen? Geht es darum etwas zu manifestieren, das über die »Lebzeit« hinausgeht, ein Erbe, etwas das unsterblich macht?
Ziele setzen, sich selbst und anderen, überhaupt Ziele zu haben – insgesamt ist das gut und erprobt um ein wie auch immer geartetes positives Ergebnis zu erreichen. Dennoch empfiehlt es sich, zwischendurch zu überprüfen, wer davon berührt wird und die Konsequenzen der direkten Umgebung mitzubedenken.
Nach einem lauwarmen, recht gemütlichen 2011, starten wir hier in Europa in ein sehr kaltes 2012, sibirische Winde lassen uns aktuell schockgefrieren und es bleibt zu hoffen, dass diese Kälte für das kommende Jahr nur meteorologischen Ursprung beibehält und wir alle weiterhin einen schönen Platz an der wärmenden Sonne unseres zwischenmenschlichen Universums genießen dürfen. Was ausreichend Grund geben sollte, die Frühjahr/Sommer Mode, die wir hier bei Minustemperaturen in dieses Heft einpacken, als passende Vorfreude zu bewerten.
Viel Spass bei der Lektüre, insbesondere, wenn Sie gerade beim Frisör sitzen,
Michael Kaune