Hotel Straf Mailand

In unserer neuen Rubrik “Hotel Recommendations” werden wir ab sofort jede Woche ein beeindruckendes Design Hotel aus den Gastgeberstädten der Fashion Week vorstellen. Egal, ob in London, Mailand, New York, Kopenhagen oder Paris unterwegs – Mode-, Design- und Kunstinteressierte werden sich in den Unterkünften mehr als zuhause fühlen.

Im »Hotel Straf«, nur einen Steinwurf vom Mailänder Dom entfernt, finden sich Mode, Kunst und Design aufs engste miteinander verwoben. Hinter den Mauern eines Palazzos aus dem 19. Jahrhundert hat Architekt und Künstler Vincenzo de Cotiis eine spektakuläre Szenerie geschaffen, in der – von den kunstvoll zerkratzten Spiegel bis hin zu den maßgeschneiderten Stühlen, Sofas und Beleuchtungen – nichts Standard ist. In Produktionslinien hergestellte Möbel kommen de Cotiis nicht ins Haus, gewöhnliche Materialien schon gar nicht. Wände, Böden und auch Decken des Hotels sind mit rissigem Schiefer oder unbehandeltem Beton verkleidet. In Kombination mit poliertem Messing und verspiegelten Wänden führt das zu einem fast surrealen Effekt von Weite. Das Bemerkenswerte: so wie minus und minus plus ergibt, führt die mutige Zusammenbringung der nüchternern Materialien hier zu einer überraschend warmen Atmosphäre. Wer es noch wärmer mag, bucht sich eins der Wellbeing-Zimmer auf der 5. Etage, in denen sich je ein eigenes kleines Mini-Spa für die Erholung zwischendurch befindet. Ablenkung von der Hektik auf der angrenzenden Via Montenapoleone, der Modestraße Mailands schlechthin, bieten auch die regelmäßig wechselnden Ausstellungen junger italienischer Künstler, die in der Lobby bewundert werden können. Aber eigentlich ist das »Hotel Straf« an sich schon eine einzige große Kunstinstallation – de Cotiis’ Kunstinstallation, die mit seiner Motivation begann, Objekte zu recyceln und ihnen, platziert in einer neuen Umgebung, zu neuer Bedeutung zu verhelfen. Im Grunde geht de Cotiis, der sich nicht nur als Architekt, sondern auch als Modedesigner einen Namen gemacht hat, bei der Ausarbeitung seiner Interior-Konzepte genauso vor wie bei der Arbeit in seinem Schneider-Atelier. Es geht um Maßarbeit, um feinstes Handwerk – und um den unkonventionellen Umgang mit Materialien. Und genau das verbirgt sich hinter dem »Hotel Straf«.

Straf.it

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