Neue Masche: We love Knit!
Während früher das Twinset oder der Cardigan zu den klassischen Basics einer Garderobe gehörten, so faszinieren internationale Designer heute vor allem die Vielfältigkeit und der Wandlungsreichtum des edlen Strickgarns. In unserer Portraitreihe stellen wir vier aufstrebende Designer vor, die mit raffinierten Kreationen und außergewöhnlichem Talent im Stricksegment die Modewelt beglücken.

Den Anfang macht das Berliner Modelabel Rita in Palma, das die traditionellen Handwerkstechniken türkischer Frauen nutzt, um traumschöne Häkelarbeiten der Extraklasse zu realisieren. Das 2010 gegründete Label um Ann-Kathrin Carstensen wurde jüngst für ihre Integrationsarbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Sonderpreis des »Startsocial-Awards« ausgezeichnet.
QVEST: Rita in Palma ist ein ungewöhnlicher und gleichzeitig sehr klangvoller Name für ein Label, das sich allen voran auf feine Häkelarbeiten spezialisiert hat. Wie begann die Geschichte um die schöne Rita?
Ann-Kathrin Carstensen: Nach einem abgebrochenen Medizinstudium in Hamburg kam ich etwas überstürzt nach Berlin. Der Einschreibung für Modedesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft folgte die Spezialisierung auf Accessoires. Und damit die Geburt der »Rita-Socke«: In meiner Abschlusskollektion im Stil der 50er-Jahre integrierte ich eben besagtes Modell, das meine griechische Ziehmutter von Hand gefertigt hatte. Als wir uns dann entschlossen das Label zu starten, fiel unsere Wahl auf die individuelle Anfertigung von kunstvollen Kragen. Der Markenname war also schon vor der Geschäftsidee da …
Rita in Palma positioniert sich sehr spitz am Markt. Kleine Häkelkunstwerke aus Handarbeit sind Nischenprodukte, deren Produktion de facto sehr teuer ist. Gleichzeitig schaffst Du mit Deinem Engagement für die türkischen Frauen eine unglaubliche Maßnahme für ihre Integration in die deutsche Gesellschaft.
Ich hatte schon immer eine soziale Ader (lacht). Aber es stimmt, Rita in Palma ist kein gewinnbringendes Modell, das auf einen kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg abzielt. Wir definieren uns als glamouröses Luxusprodukt aus Berlin; gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten sehnen sich die Menschen nach Manufakturprodukten als Ausdruck von reinstem Handwerk. Nach Unikaten, die eine nachhaltige Geschichte erzählen. Auf einmal wird das Element von Integration und Tradition in der Modekreation modern vereint. Und erhebt sich damit zu einer handwerklichen Kunstform.
Das vollständige Portrait und weitere Newcomer in Sachen Cashmere und Strickwear finden Sie in QVEST No.53 ab dem 10. Oktober 2012 beim Zeitschriftenhändler Ihres Vertrauens.

Strickkleid Calvin Klein Collection, Häkelkragen Rita In Palma

Häkelkragen und Seidenschal als Turban Rita In Palma, weißes Seidenkleid Tom Ford via Apropos
