Gramercy Park Hotel New York

In unserer neuen Rubrik “Hotel Recommendations” werden wir ab sofort jede Woche ein beeindruckendes Design Hotel aus den Gastgeberstädten der Fashion Week vorstellen. Egal, ob in London, Mailand, New York, Kopenhagen oder Paris unterwegs – Mode-, Design- und Kunstinteressierte werden sich in den Unterkünften mehr als zuhause fühlen.

Das »Gramercy Park Hotel« auf New Yorks Lexington Avenue ist kein Hotel, es ist eine unbestrittene Legende. Ein exzentrisches Gesamtkunstwerk. Und auch wenn es seit neun Dekaden schon Künstler, Schriftsteller, Schauspieler und die ein oder andere zwielichtige Gestalt anzieht wie das Licht die Motten, kann man nicht oft genug empfehlen, hier mindestens mal eine Nacht verbracht zu haben. Seit seiner Erbauung im Jahre 1925 hat das Hotel einiges gehört und noch mehr gesehen. Humphrey Bogart ehelichte die erste seiner vier Frauen hier, Axl Rose sang seine heiseren Songs in der hoteleigenen »Rose Bar« und John F. Kennedy, Margaret Hamilton und Matt Dillon wohnten gleich über Monate oder sogar Jahre im Hotel. Während Gäste, Bewohner und Bewunderer sich die Klinke in die Hand gaben, blieb das Gebäude acht Jahrzehnte lang beinahe unverändert. Bis »Studio 54« Gründer und Boutique Hotel Legende Ian Schrager das Hotel unter seine Fittiche nahm und sich keinen Geringeren als Künstler und Filmemacher Julian Schnabel für die Umgestaltung angelte. Schnabel machte aus dem magischen Ort einen noch magischeren. Mit Flohmarkt-Funden, Antiquitäten und eigens für das Hotel kreierten Möbelstücken, darunter der monströsschöne Concierge-Schreibtisch aus Bronze, hat Schnabel wahrhaft einen Palast errichtet. Der Gang durch die in satten Rot-, Blau- und Grüntönen gehaltenen Zimmer ähnelt einer Zeitreise durch aller Herren Länder und Epochen. Unter warmem Licht treffen weiche Sofas, schwere Samtvorhänge, tiefdunkles Holz und handgeknüpfte Teppiche auf marokkanische Fliesen und Lüster aus venezianischem Glas. Fast hat man das Gefühl, in einer barocken Theaterhalle zu stehen. Was sich dem Auge bietet sind aber keine inszenierten Bühnenbilder, es sind Originalwerke von Andy Warhol, David Salle, Robert Mapplethorpe, Jean- Michel Basquiat und Fernando Botero, die wie selbstverständlich die Wände der Lobby schmücken. Bevor man diesen Reichtum an Formen und Farben schweren Herzens verlässt, um die angrenzenden Viertel SoHo, East und West Village zu erkunden, sollte man einen Abstecher in den Gramercy Park machen – der Zutritt zum einzigen Privatpark der Stadt ist, wie posh, exklusiv Anwohnern und Hotelgästen gestattet.

 

 

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