Pommery: La Fabrique Sonore

In den kilometerlangen Kreidekellern der ‚Domaine Pommery’ in Reims lagern Millionen Flaschen Champagner aus den unterschiedlichsten Epochen. Vor kurzer Zeit wurde die historische Architektur durch ein besonderes Kunstprojekt ergänzt: Unter dem Titel „La Fabrique Sonore“ eröffnete Ende September die bereits neunte ‚Experience Pommery’.
In den von Lichtschächten erleuchteten Hallen und verwinkelten Gängen präsentieren etwa 30 Künstler unter der Leitung von  Charles Carcopino und Claire Staebler ihre Arbeiten. Ausgehend von einem unveröffentlichten Film von Roman Signer über die Lichtkirmes von Bertrand Planes, hin zu dem hypnotischen Gong von Estienne d’Orves bestimmen unterschiedlichste Werke das Areal und hauchen den Höhlen fast surreales Leben ein.

Estienne d’Orves

Anlässlich der Ausstellung hat QVEST Nathalie Vranken getroffen, die neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des VRANKEN POMMERY MONOPOLE als Präsidentin des Museums der schönen Künste in Reims fungiert, um zu erfahren, was das Projekt ausmacht und welche Rolle Kunst in ihrem Leben spielt.

QVEST: Was macht die ‚Domaine Pommery’ in Reims für Sie besonders?

Nathalie Vranken: Die einzigartige Geschichte unserer Domaine ist eng verbunden mit dem außergewöhnlichen Leben der Madame Pommery. Sie hat die Marke zu internationalem Erfolg geführt und war maßgeblich für den Um- und Ausbau der Maison verantwortlich. Ihr Ziel war es, einen Lebenstraum wahr werden zu lassen.

Wie ist die doch eher außergewöhnliche Idee entstanden, in den Kreidekellern Kunst auszustellen?

Um die für Pommery typische Tradition als innovative und außerordentliche Maison de Champagne auch in Zukunft fortzuführen. Pommery war immer schon interessiert an der Begegnung der Kulturen und der Konfrontation der Dinge. Unsere über 2000 Jahre alten Kreidekeller aus der galloromanischen Zeit und die Halle der von Madame Pommery beauftragten Flachreliefs aus dem 19. Jahrhundert bieten eine hervorragende Plattform, um in historischem Umfeld unterschiedliche Kunstwelten von heute und morgen aufeinander treffen zu lassen.

Wie kam es, dass Sie die beiden Künstler Charles Carcopino und Claire Staebler als Kuratoren für diese Ausstellung ausgewählt haben?

Die zwei Künstler kennen sich nicht. Die Gegenüberstellung und gleichzeitige Verknüpfung dieser zwei sehr unterschiedlichen Welten hat der Ausstellung etwas Magisches verliehen und stieß auf hervorragende Resonanz.

Welche Rolle spielt Kunst für Sie im Allgemeinen?

Kunst ist etwas sehr Persönliches. Man entwickelt einen gewissen Geschmack und Kunstverständnis über Jahre hinweg und benötigt in manchen Bereichen auch ein wenig Geduld, um das eine oder andere Kunstwerk zu verstehen. Kunst ist immer eine emotionale Angelegenheit und spricht die Gefühle des Betrachters direkt an. Das gilt für mich wie auch für alle anderen – meine private Kunstsammlung besteht aus Souvenirs, Dingen, die ich gekauft oder auch geschenkt bekommen habe und familiären Erinnerungsstücken. Alle Objekte erzählen ihre eigene Geschichte und sind mit einem bestimmten Menschen oder einer besonderen Situation eng verbunden. Für mich persönlich ist das sehr wichtig.

Die Champagnermarke Pommery feiert in diesem Jahr ihr stolzes 175-jähriges Jubiläum. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft des Unternehmens aus?

Zukunft bedeutet für mich, weiter innovativ zu bleiben, die Tradition der Herstellung von außergewöhnlichen Champagnern fortzuführen aber auch offen zu sein für neue Konsumentengruppen in Europa und dem Rest der Welt. Am wichtigsten ist mir dabei aber immer unserem Motto treu zu bleiben, «niemanden zu kopieren, und schon gar nicht sich selbst ».

Die Ausstellung La Fabrique Sonore ist noch bis zum 30. März 2012 zu besichtigen: Domaine Pommery 5, Place Général Gouraud, 51100 Reims.

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