Die Hotelbettwäsche von Utensil

Die Schlafforschung boomt. Seit einigen Jahren tönt es von allen Seiten über neueste Erkenntnisse im Bezug auf ungesundes Schlafverhalten. Gefolgt von Ratschlägen bei Ein- oder Durchschlafstörungen, Berichten über richtiges bzw. falsches Liegen oder der vermehrten Vorstellung von Produkten, die den Schlaf angeblich verbessern sollen – wie so genannte Schlafphasenwecker, die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters den optimalen Weckzeitpunkt ermitteln, um genau dann zu klingeln.
Während ich jene Studien über die Bedeutung und den Nutzen von Schlaf mit großem Interesse lese, kann ich mit dem Rest dieser ganzen Thematik wenig anfangen. Vielleicht bin ich ja eine Ausnahme; aber solange ich eine nicht zu weiche Matratze, ein offenes Fenster und ein bequemes Kissen habe, bin ich, was meine Nachtruhe betrifft, mit allem versorgt und schlafe wie ein Stein.
Falls ich dennoch mal wider Erwarten nicht einschlafen kann, gibt es zwei Situationen, deren mentales Herbeirufen mich nach kurzer Zeit schlummern lassen. Erstere beschreibt sich wie folgt: Ich liege – gemütlich in meinen Schlafsack gewickelt – in einem Zelt und lausche dem Regen, der draußen unaufhörlich auf das Dach meiner kleinen Behausung prasselt.
Die andere findet in luxuriöseren Gefilden statt: Ich vergegenwärtige mir das Gefühl, allein in einem großen, nach beinahe klinisch sauberer Wäsche duftenden Hotelbett zu liegen. Während die Zelt-Version wohl eher den Wunsch nach Einfachheit und die Sehnsucht nach der Natur verkörpert, löst bei der zweiten Vorstellung vor allem ein Aspekt Wohlgefallen in mir aus: die gestärkte, blütenweiße Bettwäsche. Auch wenn sie sich auf den esten Blick gar nicht so sehr von herkömmlicher weißer Bettwäsche unterscheidet – sie tut es spätestens dann, wenn man darin liegt. Auf einzigartige Weise frisch und dezent gestärkt, wärmt sie unaufdringlich, ohne den Körper zu beschweren. Sie hat kein oberflächliches Dekor oder sonstigen Schnickschnack nötig – sie weiß um ihre schlichte Schönheit.
Schönheit, die ich mir jetzt in mein eigenes Zuhause geholt habe. In einem kleinen, feinen Kölner Laden namens »Utensil«, der allerlei Waren für den Haushalt anbietet, habe ich tatsächlich »Bettwäsche aus dem Hotel« gefunden: jungfräulich weiß und gefertigt in einer süddeutschen Leinenweberei.
Nicht, dass ich meinem unkomplizierten Schlafverhalten nicht über den Weg traue. Aber: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Schließlich ist selbst die wirkungsvollste mentale Visualisierung eines Tages abgenutzt. Und nicht zuletzt sind die Dinge zum Anfassen doch oftmals schöner als ihre bloße Vorstellung.

Erhältlich über: Utensil-shop.de

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