Brian Eno: Small Craft on a Milk Sea

Wenn Brian Eno mal weder U2 noch Coldplay produziert, findet er Zeit für seine eigene Musik. Und die klingt dann gar nicht nach den Hooklines der Stadionrocker, sondern eher wie ein Trip durch eine fremde Galaxie. Für sein neuestes Werk hat sich der Ambient-Pionier nicht nur die Unterstützung der Jung-Elektroniker Hopkins und Abrahams besorgt, sondern auch ein Quartier bei dem in Elektronik-Kontexten immer noch wegweisenden Label Warp. Das Album verweist zwar zu Beginn mit seinen sanften Soundflächen und dezenten Piano-Sprenkeln auf Enos Ambient- Alben der 70er- und 80er-Jahre, doch schon ab dem dritten Stück schleicht sich Unbehagen ein: Es pocht, knurrt und brodelt, verstimmte Gitarren kreischen auf surrenden Loops – fast könnte man glauben, Eno zolle den industriellen Wurzeln Sheffields, der Heimatstadt von Warp-Records, Tribut. Und obwohl Eno beteuert, dass es sich bei den meisten Stücken um die Ergebnisse von Improvisationen handelt, funktioniert »Small Craft On A Milk Sea« wie ein Konzeptalbum, als geschlossene Erzählung. Am Ende stimmt sie fast schon wieder versöhnlich. Aber nur fast.

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