Brasstronaut: Mount Chimaera

Wenn ein Jazz-Trompeter und ein Elektro-Produzent eine Band gründen, könnte das im schlimmsten Falle zu überspanntem, so genanntem »Muckertum« führen. Im Falle der beiden Kanadier Edo van Breemen (Vocals / Keyboards) und Bryan Davies (Trompete) ist zum Glück das Gegenteil der Fall. Das Debütalbum von Brasstronaut berauscht mit einer Art psychedelischem Prog-Pop, der sich nicht nur dank der possierlichen Chet-Baker-Trompete in dezent jazzigen Arrangements suhlt. Mit Kontrabass, Piano, Streichern und Oboe entsteht kunstvoller Pop, der oft als leises Understatement beginnt, um dann in orchestralen Klängen zu münden. Trotz bisweilen komplexer Rhythmus-Strukturen und – wechsel kein Freestyle, keine Selbstverwirklichung, sondern stets kontrollierte Musikalität. Und trotz zarter Melodien kein esoterisches Teestubengesäusel. Keine Frage: »Mount Chimaera« wurde mit Liebe zubereitet. Und ist das nicht alles, was man sich von einem tollen Popalbum wünschen kann?