Interview mit Peter Schmidinger von Babor
Sie sind in Ihrem Beruf viel gereist, haben viele Menschen kennengelernt. Welche Orte und vor allem welche Menschen haben Sie dabei am meisten geprägt?
Was mich immer wieder beeindruckt, ist die Tatsache, dass unterschiedliche Länder so unterschiedlich denken und ticken. Man erlebt immer wieder Überraschungen und muss manchmal völlig umdenken. So habe ich vor kurzem asiatische Kundinnen gehabt, die gerne falsche Wimpern haben wollten. Wir als Europäer kleben sie ja grundsätzlich so auf, dass das längere Ende außen ist. Wir wollen Katzenaugen, das Auge soll sich außen nach oben biegen. Als ich den Asiatinnen die Wimpern genauso aufkleben wollte, wurde ich ganz schnell unterbrochen und belehrt, dass der höchste Punkt der Wimpern doch bitte in der Mitte sein solle. Grund dafür ist ihr Wunsch, europäisch auszusehen. Sie wollen große, runde Augen! Das sind unglaubliche Erfahrungen…
Sie waren 18 Jahre lang Head Face Designer bei Estée Lauder. Wie kam es zu Ihrem Wechsel zu der Marke Babor?
Meine Arbeit bei Estée Lauder hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mit wunderschönen Frauen zusammengearbeitet. Gleichzeitig hatte ich dort nur ein begrenztes Maß an Freiheit, um meine eigenen Ideen umzusetzen. 2008 kam dann genau das richtige Angebot von Babor. Ein Angebot, das der Traum eines jeden Visagisten ist – die Möglichkeit, seine ganzen Inspirationen umsetzen zu können und seine eigene Linie zu kreieren.
In den vergangen Jahren hat sich bei der Marke Babor viel getan. Unter anderem wurden viele Pflegelinien verändert und optimiert. Wie sehen ihre gemeinsamen Pläne mit Babor für die Zukunft aus?
Ja, es tut sich sehr viel. Aber das liegt um Gottes Willen nicht nur an mir. Wir sind ein sehr junges, kreatives Team geworden. Es ist enorm wichtig, dass man in einem Team arbeitet, das offen für Veränderungen ist und Wert auf ein gemeinsames Miteinander legt. In dieser Hinsicht habe ich hier viel Glück gehabt. In Zukunft soll das natürlich auch so bleiben…
Jetzt würde mich noch interessieren, welches Ihre Lieblingsprodukte aus der Kollektion sind.
Zum einen der Eyeliner. Er ist angelehnt an die Pinsel, die Japaner für Tuschezeichnungen benutzen. Und der Skin Illuminator, der mimetische Pigmente besitzt, so dass er – auf die Augenpartie aufgetragen, da bleibt wo er hingehört und durch die Bewegung des Auges nicht verrutscht. Und schließlich das Lipgloss – es hat eine ganz spezielle Lipidstruktur, die sich mit der Lippenwärme bindet und so auf dem Mund fixiert wird. Raffiniert!


Hier sehen sie so toll aus. Schade das ihre Lippen neu so künstlich aussehen.