Interview mit Peter Schmidinger von Babor

Wenn man früher den Namen Babor hörte, entstanden vor dem geistigen Auge Bilder von etwas altmodisch aussehenden Tiegeln und Tuben in den Badezimmern unserer älteren Verwandten. Seit einigen Jahren kann man diese Bilder getrost vergessen – hat sich doch das Bild der Marke aus Aachen stark gewandelt. So sind es nicht mehr vor allem die älteren Generationen, die von den immer schon erlesenen Inhaltsstoffen und den Wirkungen der Produkte überzeugt sind, sondern Frauen jeden Alters.
Um ihre revolutionäre Kosmetiklinie zu entwickeln, holte sich Babor letztes Jahr den bekannten Visagisten Peter Schmidinger ins Team. QVEST traf den International Make Up Director, um zu erfahren, was ihn beim Kreieren der neuen Kosmetik-Linie inspiriert hat, warum man Frauen vor dem Schminken kennenlernen sollte und wie es ist, Bill Clinton unter dem Puderpinsel zu haben.

Was waren die Hauptanliegen, als Sie zusammen mit Babor die neue Make Up-Linie entwickelt haben? Worauf sollte es ankommen?

Ich wollte Kosmetik entwickeln, die tatsächlich an seine Trägerin denkt. Frauen wollen nicht das Gefühl haben, dass sie überhaupt Make Up tragen. Sie legen neben dem optischen Aspekt auch großen Wert auf Schutz und Pflege. Mit diesem Wissen habe ich die neue Linie entwickelt und gleichzeitig darauf geachtet, dass Produkte entstehen, die simpel zu handhaben sind.

Sie haben Ihre Ausbildung vor mehr als 20 Jahren bei Horst Kirchberger begonnen – einem der bekanntesten Visagisten in Deutschland. Was haben Sie von ihm gelernt?

Horst Kirchberger hat mir vor allem das handwerkliche Geschick beigebracht. Das Kreative dagegen habe ich erst später gelernt – durch meine Erfahrungen in Mailand, Paris usw. Dort ist mir bewusst geworden, dass es die Kombination aus beidem ist, die meinen Beruf so interessant macht. Und die Tatsache, dass man immer einen genauen Blick auf seine Umgebung haben muss, auf die Frauen in seiner Nähe – Wie leben sie, wie gehen sie aus, wie wollen sie aussehen?

Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Frau schminken? Auf was achten Sie zuerst?

Als erstes stelle ich mir selbst die Frage, was ich in ihrem Gesicht betonen möchte. Will ich ihrem Aussehen mehr Kontur verschaffen oder lieber weniger? Dafür sehe ich mir die Form ihres Gesichts genauer an – hat sie ein weiches Gesicht, braucht sie mehr Kontur; hat sie dagegen eher harte Züge, versuche ich ihre Konturen weicher zu gestalten.

Wie würden Sie den Stil ihrer eigenen Arbeitsweise beschreiben?

Ich gehe sehr behutsam vor, wenn ich eine Frau schminke. Ich versuche, mir ein Bild von ihrem Charakter und ihrer Lebensweise zu machen. Offensichtlich kann man einer Kundin, die viel Zeit zuhause und mit ihren Kindern verbringt nicht das gleiche Make Up verpassen wie einer, die jeden Abend auf einer anderen Gala verbringt. Ich finde es also äußerst wichtig, die Frau vor mir kennenzulernen. Viele Visagisten tun das nicht, sondern stellen sich gleich vor sie und verpassen ihr Smokey Eyes.

Empfinden Sie die meisten Frauen, die Sie auf der Straße sehen als gut geschminkt? Oder eher andersherum?

Das Grundproblem der Frauen – unabhängig davon, in welches Land man kommt – ist folgendes: entweder machen sie rein gar nichts aus sich oder im Gegenteil viel zu viel. Was fehlt ist das gesunde Mittelmaß. Ich verstehe nicht, warum so viele Frauen ab einem gewissen Alter mit ein paar Fältchen, Rötungen etc. nicht einfach einen Hauch von Make Up benutzen. Damit sieht jede Frau sofort so viel besser aus und bekommt eine schönere Ausstrahlung.

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1 Comment

    Hier sehen sie so toll aus. Schade das ihre Lippen neu so künstlich aussehen.

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