THE LA BREA MATRIX

Max Regenberg, 1979
»Aber was genau ist auf dem Foto von Shore zu sehen? Einerseits eine ganz konkrete Tankstelle, die wir aufgrund der Straßenschilder und, wenn wir uns in der Gegend auskennen, auch anhand der Berge im Hintergrund ganz genau verorten können. Obwohl der berühmte »Hollywood«-Schriftzug sich nur ein kleines Stückchen weiter rechts am Hügel hinter dem Texaco-Schild befindet, nimmt Shore ihn nicht mit ins Bild. Er platziert sich lieber so, dass ein einziges, pauschales Palimpsest von alltäglichen, allgemeinen Zeichen und Symbolen entsteht. Wäre er auch nur einen Schritt nach rechts oder links gegangen, würden diese Dinge sich wahrscheinlich wieder aufzulösen scheinen – der Blick auf das Texaco-Schild wäre nicht mehr unverstellt, die Zapfsäulen nicht mehr sichtbar, die Lampen nicht mehr gerade. Shore erkannte, dass eine Fotografie Ordnung in ein Motiv beziehungsweise Schlichtheit ins Durcheinander bringt, indem sie ihm eine gewisse Struktur verleiht. So haben wir eine ganze Menge an entzifferbaren Informationen über diesen Ort und können uns doch keinen rechten Reim auf ihn machen.« CHRISTY LANGE (2007)

Robert Voit, 2009
»Also, ich machte diese Aufnahme, und als ich sie gemacht hatte … Wahrscheinlich hat das jetzt was mit Interpretation und Bildaufbau und der Form unserer Zeit zu tun. Ich stellte fest, dass ich einen ziemlich klassischen Bildaufbau gewählt hatte, Zentralperspektive, Dinge, die einen Rahmen bilden, andere, die im Vordergrund stehen, und dass mir das Spaß machte. Ich war damals in einer Phase, in der ich herauszufinden versuchte, wie viel ich in ein Bild hineinpacken konnte, wie viel Tiefe ich einem Bild geben konnte und ob mir ein komplexer Bildaufbau gelingen würde. Gleichzeitig fragte ich mich, habe ich das Zeitgeschehen so dargestellt, wie es wirklich ist? Sieht es so aus?««
STEPHEN SHORE (2008)
