die Kappen von La Coppola Storta

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Zu Kopfbedeckungen hatte ich schon immer eine große Affinität: Als Kind begeisterten mich an der legendären US-Serie „Dynasty“ hauptsächlich die wagenradgroßen Hüte von Alexis Carrington, und die kapuzenartigen Gebilde auf dem Kopf von Grace Jones waren später die Hauptinspirationsquelle für meine Disco-Outfits. Sehr zum Wunder anderer Club-Besucher, die bei meinem Anblick manchmal vor ungläubigem Staunen, in einigen Fällen auch vor lauter Lachen, das Tanzen vergaßen. Bin ich auf eine Hochzeit eingeladen, führt mich der erste Weg nicht zum Geschäft, in dem die Geschenkeliste ausliegt, sondern stante pede zum nächsten Store, der Philip-Treacy-autorisiert ist. Was mitunter zur Folge hat, dass ich hinterher kein Geld mehr für die angemessene Würdigung des Brautpaars habe. Egal, ich gebe es zu: Mein Name ist Yorca, und ich bin süchtig. Das neueste Objekt meiner Begierde ist im Gegensatz zu den ansonsten favorisierten Mega-Strohhüten, schleierverzierten Mini-Zylindern im Moulin-Rouge-Stil und federstrotzenden Haarreifen à la Ascot vergleichsweise bescheiden im Auftritt: Eine Salz-und-Pfeffer-Kappe von La Coppola Storta. Die sizilianische Manufaktur hat sich ausschließlich der Herstellung traditioneller Schirmmützen verschrieben, die – um mal wieder das Klischee schlechthin über Sizilien zu bedienen – jahrzehntelang die bevorzugte Kopfbedeckung der Mafiapaten waren. Tatsächlich gehören die Coppole mittlerweile nicht nur zum sizilianischen, sondern auch zum modischen Kulturgut, denn immerhin tragen sogar rechtschaffene Menschen wie Sarah Jessica Parker, George Clooney und, Achtung Wortwitz, Francis Ford Coppola die Kreationen aus San Giuseppe Jato bei Palermo. Nun ziert die entzückende Kappe also mein Haupt und erweist sich dabei als echtes Multitasking-Genie: Sie adelt jeden Casual-Look, verleiht glamourösen Outfits einen angenehmen Schuss Erdung, hält nebenbei warm, kaschiert Bad-Hair-Days und gibt dem Kopf im Falle eines schweren Katers das so dringend benötigte Gefühl von Halt. Und sie ist garantiert discotauglich. Sofern man dort aufgrund früherer Geschmacksverirrungen nicht lebenslanges Hausverbot hat.

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