die campana polos von Lacoste

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Paris, Herrenkollektionen Frühjahr/Sommer 2010: Ein Tag voller Hektik, Ärger mit eigenwilligen Taxifahrern, bisou bisou und Âllo … findet mit einer großartigen Hermès-Show einen würdigen Abschluss. Mein Geist verlangt nach einem Espresso und mein Herz nach dem ersten Champagner in de einmaligen Plaza Athénée Bar. Auf meinem Schedule, der vom vielen Auf- und Zufalten kaum noch lesbar ist, entdecke ich eine letzte Veranstaltung: Lacoste. Scheint keine Schau zu sein, keine fixe Uhrzeit, nur eine von-bis Angabe, vielleicht ein Showroom. Ich überlege, was Lacoste zum Thema High Fashion wohl beitrage möchte, meine Neugierde is geweckt. Boulevard Saint Germain, zwei uniformierte Wachleute am Tor der abgerockten, innerstädtische Hofanlage schauen unbeteiligt au meine Einladung und nicken kurz, dort hinten wo das große Fassadentransparent hängt, wird wohl der Eingang sein. Mich erwartet das Unerwartete: Ein Dschungel im Jugendstilpalast, opulente, geschmackvolle Blumenbouquets vom Boden bis zur Decke, es riecht angenehmfrisch nach Gräsern, die im gesamten Saal ausgelegt wurden. Erst auf den zweiten Blick entdecke ich zwischen Blüten- und Blätterpavillons Schneiderpuppen drappierten, weißen Polohemden. Es sind unübersehbar Lacoste-Polos. Nicht nur der klassische Schnitt und die Oberfläche des baumwollenen, doppelt gewebten Piqué Materials verraten es, nein, sicherheitshalber hat wohl ein Schelm beschlossen, gleich 6-10 der kleinen grünen Urtiere kreuz und quer auf die Brust zu nähen. Ich muss schmunzeln, und während ich überlege, ob ich mich über einen beeindruckend selbstironischen Ansatz der Markendarstellung freuen möchte, entdecke ich ein weiteres Polo im dezent ausgeleuchteten Blätterwald. Auf diesem hat sich eine noch weitaus größere Anzahl Kiefermäuler zu einer über das gesamte Kurzärmelhemd marschierenden Ameisenstraße formiert. »Ganz großes Tennis« begegnet mir zuletzt in Gestalt eines Polos, das ausschließlich aus mühevoll aneinander genähten Logotieren besteht und dem Ursprungsprodukt des französischen Modehauses damit die wohl höchstmögliche Hommage beschert. Das französische Traditionsunternehmen – dessen Gründer, der Tennisprofi Rene Lacoste, der aufgrund seiner Ausdauer und Bissigkeit im Spiel, von einem Reporter Spitznamen »The Crocodile« erhielt – verniedlichte die Panzerechsen zum putzigen Emblemtierchen, welches seitdem als Insignie für Erfolg und Status gilt. Auch Fernando und Humberto Campana lieben Krokodile. Die Brüder aus Brasilien, die zu den erfolgreichsten Designern der Welt gehören, haben einst zur Würdigung der Reptiliens im Amazongebiet, den berühmten »Alligatorstuhl« entworfen. Passt doch, dachten sich die Verantwortlichen bei Lacoste und verpflichteten das Designerduo aus São Paulo für ihre neue Holiday Collector’s Serie, die zur Fashion Week in Paris in diesem außergewöhnlichen Rahmen präsentiert wurde. Die Idee für das Design lieferte den Campanas ein Naturphänomen: In Trockenzeiten stapeln sich die Urtiere in ihren Schlammbetten übereinander, um sich gegenseitig zu wärmen und somit ihr Überleben zu sichern. Dank der beiden Brüder wissen wir also nun: Krokodile sind soziale und somit verantwortungsvoll handelnde Lebewesen. Zudem sehen sie – auch modisch betrachtet – als Rudelansammlung einfach noch besser aus. Deshalb sollten sich alle reptilienaffinen Menschen beeilen, denn die Damen- und Herrenmodelle der Campana-Edition zum Preis von Euro 139,00 sind limitiert. Das aus hunderten vernähten Lacoste-Logos bestehende Shirt gibt es weltweit zwölfMal Trotzdem die Handarbeit ihren Preishat (Damenpolo 1.300 Euro, Herrenpolo 1.900 Euro), ist davon auszugehen, dass diese Modelle bereits vergriffen sind.

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