1959-2009 ZEITREISE

Zehn Jahre nach dem Erscheinen des Mini kam Woodstock. Die Hippies demonstrierten gegen den kapitalistischen Imperialismus und trugen Kleider aus vorindustriellen Ländern. Ihre Vorliebe galt der Schlaghose, dem Afghanenmantel und psychedelischen Prints. In den Siebzigern erregten das Studio 54 in New York sowie der Londoner Shop »Sex« von Vivienne Westwood und Malcolm McLaren die konservativen Gemüter. Das Studio 54 tat dies mit Drogen und transparenten Chiffon-Kleidern. Westwood-McLaren mit Fetisch-Mode, Slogan-Shirts und einer Punk-Attitüde, die den Minirock als rebellisches Kleidungsstück relaunchte. Analog dazu differenzierte sich der Mini Classic immer mehr aus. Es gab ihn in den Siebzigern als Kombi und als Cabrio.

Zu Beginn der Achtziger wurde die Mode wieder massenkonform. »Dallas« und »Denver Clan« führten den Powerlook (enorme Schulterpolster plus kurzer Stretchrock) in Texas genauso ein wie in Schwaben. Betrachtet man Mode als emotionale Befindlichkeit einer Epoche, ist dieser kantige Look sinnbildlich für den aufstrebenden Großstädter in einer Zeit, in der der Dow Jones Berglandschaften beschrieb. Für den Mini Classic war ebenfalls in den Achtziger Jahren die Wirtschaftlichkeit das Paradigma. Die Modelle Clubman, Estate und Van liefen aus. Übrig blieb allein der klassische Mini, der 1986 zum fünfmillionsten Mal vom Band lief.

In den Neunzigern war der Kalte Krieg zu Ende – genau wie die Kämpfe in der Mode. Um die Kultband Nirvana entwickelte sich der Stil Grunge. Mädchen gingen in Schottenkaro-Röckchen in die Offensive und nannten sich »Girlies«. Den Jungs rutschte der Hosenbund gen Knie, sie trugen Baseballcaps, ihr Fortbewegungsmittel war das Skateboard. Für den Mini war das Jahr 1997 von besonderer Relevanz: Der britische Designer Paul Smith kreierte eine Sonderserie des Mini in den für ihn typischen Multi-Color-Streifen. Und setzte damit die Reihe »Modedesigner lassen sich vom Mini inspirieren« fort.

Für das gegenwärtige Jahrzehnt, dessen Namen noch nicht mal gefunden ist, fällt es schwer, stilprägende Kleidungsstücke zu benennen. Wird es die Röhrenjeans sein? In ihrem Ursprungsjahrzehnt, den 80er Jahren, hat man sie öfter gesehen. Oder wird es der bunte, omnipräsente Look von American Apparel sein? Mit Batik, Moonwash, Neonfarben und Leggins lässt er die Siebziger, Achtziger und Neunziger wiederaufleben. Gibt es in der Mode gerade gar nichts Neues? Alles retro? Was machen wir, wenn sich die modischen Ideen der letzten Jahrzehnte verbraucht haben? Spätestens dann wird es Zeit für neue Impulse – die Mode-Agenda 2010.

Zu guter Letzt: Auch der BMW Mini erinnert sich 2009 seiner Wurzeln, nachdem er 2001 neu aufgelegt wurde. Die Modell-Kollektion für Herbst 2009 bringt uns zwei großartige Jubiläumsmodelle: den »Mini 50 Mayfair« in eleganten Brauntönen und den sportlichen »Mini 50 Camden« in Silber-Weiß. Keep on rollin’ – and rockin’.

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FIFTIES

trenchcoat by BURBERRY
shirt by PRADA
pullover by HERMÈS
pants by CALVIN KLEIN COLLECTION
morris mini 850, 1959 by MINI

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