»Persönlicher GESCHMACK wird wichtiger als MARKEN«


Was findet diese Zielgruppe bei COS?

Qualität. Und wir interpretieren diesen Begriff neu. Es geht nicht nur um einen tollen Stoff oder einen gelungenen Schnitt. Qualität drückt sich auch in einer klugen Idee aus. Das ist es, was unsere Kunden, hoffentlich an uns schätzen: Hinter dem Produkt steckt ein kluger Gedanke.

Welcher denn?

Wir fühlen uns noch immer dem Minimalismus verpflichtet. Das Wort wirkt ein bisschen überstrapaziert, aber die Klassische Moderne in Architektur und Design bleibt ein wichtiger Bezugspunkt für uns. Eine Weile waren es vor allem die 50er, in diesem Herbst interessieren uns die Expressionisten aus den 30ern: Le Corbusier, Jean Prouvé. Denen ging es um gut gemachte Dinge für die Masse. Uns auch.

Spielt COS eine Rolle in der Modewelt?

Ich bin nicht naiv. Natürlich werden wir beeinflusst von dem, was auf den Laufstegen der großen Designer gezeigt wird. Genauso stark aber beeinflussen uns Streetstyle oder Kunst.

Bezieht sich Ihre Ästhetik auf bestimmte Designer?

Natürlich mögen wir Helmut Lang, Jil Sander, Calvin Klein – die wahren Minimalisten. Aber uns geht es vor allem um eine Herangehensweise. Was Lang so besonders machte, war seine Fähigkeit, die Zeit zu reflektieren, in der er lebte, und damit relevant zu sein. Das ist auch unser Ziel. Und wir wollen Mode für echte Menschen produzieren. Wir lieben es, Stars oder superdünne Models anzuziehen. Aber noch besser ist es, jemanden in COS auf der Straße zu sehen und zu denken: Sie sieht genau richtig aus.

Das klingt wie ein sehr skandinavischer, also egalitärer, Ansatz. Geht es bei Mode nicht darum, sich abzusetzen und anders zu sein?

Wir schreiben ja niemandem vor, wie genau sie oder er unsere Kleider zu tragen hat. Außerdem bin ich da anderer Meinung. Bei Mode geht es nicht darum, anders auszusehen, sondern um Zugehörigkeit. Man zieht sich auf eine bestimme Weise an, weil man zu einer bestimmten Gruppe gehören will.

Eine Gruppe erkennt man daran, dass sie sich vom Rest abhebt, oder?

COS funktioniert auf zwei Ebenen. Die Mode-Insider goutieren das Konzept und erkennen die Kleider, ohne überhaupt das Label zu sehen. Und der normale Kunde kriegt ein gutes Produkt zu einem sehr guten Preis.

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