Love, Peace & Graffiti

Brian Donnelly – Künstlername KAWS – begann seine Karriere in den frühen 90er Jahren mit Graffitis; bekannt wurde er durch Guerilla – Bilder auf Reklametafeln und Bushaltestellen. Sein Markenzeichen: Comic – artige Kreuze als Ersatz für die Augen.
In Kooperation mit Kiehl´s schuf er ein limitiertes „Creme de Corps“ Etikett. Der Reinerlös geht zu 100 % an Kinderhilfeorganisationen in aller Welt.
Wann hast du das erste Mal von Kiehl’s gehört? Und wie ist es zu der Kollaboration gekommen?
Ich lernte die Marke in den frühen 90ern kennen. Damals fing ich an, ihre White Eagle Shave Cream zu benutzen, ich benutze sie übrigens noch heute. Letztes Jahr trat die Marke an mich heran, um herauszufinden, ob ich an einem gemeinsamen Charity-Projekt interessiert sei. Ich war sofort begeistert, mir hat die Art und Weise, wie Kiehl’s als Unternehmen operiert, immer schon gefallen. Ich habe gedacht, dass wir gut zusammenpassen würden, die Tatsache, dass es für einen guten Zweck war, machte die Sache umso attraktiver.
Was bedeutet deine Kunst auf dem Kiehl’s Label?
Ich wollte etwas Farbenfrohes kreieren, das positive Vibes ausstrahlt. Von Anfang an hat Kiehl’s die Verpackung seiner Produkte immer sehr schlicht gehalten. Das wollte ich für einen Moment durchbrechen, ich wollte das Creme de Corps Label auffälliger machen. Es sollte den Leuten sofort ins Auge springen. Die Einnahmen des Projekts sind schließlich für Charity gedacht, also lag mein Augenmerk darauf, etwas zu machen, das sich gut verkaufen würde.
Was verbirgt sich hinter dem Namen KAWS?
Es gab eine Zeit in meinem Leben, als ich meinen Namen auf den Strassen sehen wollte. Ich benutzte KAWS, um die Arbeiten zu machen, die ich machen wollte und gleichzeitig anonym zu bleiben. Ich mag es, wie die Buchstaben zueinander passen.
Wie siehst du die Positionierung von Graffiti in der Kunstszene?
Graffiti ist eine Form des Ausdrucks, eine Art, um die Menschen zu erreichen. Graffiti macht es möglich, sich eine Identität außerhalb seiner selbst zu erschaffen. Man kann aus Conneticut stammen, nach New York kommen und dort eine bestimmte Präsenz zeigen.
Ich denke nicht darüber nach, wie Graffiti in der „Kunstszene“ positioniert ist. Von Anfang an habe mich auf die Arbeit konzentriert, die ich mache. Ich interessiere mich nicht dafür, als bestimmter Typ von Künstler, Designer etc. angesehen zu werden.
Denkst du, dass ein Künstler sich selbst betrügt, wenn er seine Kunst für Konsumentenprodukte zur Verfügung stellt?
Ich glaube, ein Künstler betrügt sich selbst, wenn er nicht die Arbeit macht, die ihn interessiert, weil er Angst vor der Rezeption in der Öffentlichkeit hat. Alle Projekte, die ich mache, gehe ich mit dem Ziel an, sie besser oder anders zu gestalten, als zuvor. Ich liebe es, mich mit meiner Arbeit in verschiedenen Bereichen zu bewegen, in verschiedenen Medien – das gibt mir Inspiration für zukünftige Projekte. Die Tatsache, dass ich Editionsprodukte entwerfe, gibt mir die Möglichkeit mit einem größeren Publikum zu kommunizieren, als wenn ich allein wäre.
Was waren deine frühen Einflüsse?
Die meisten meiner frühen Einflüsse kommen aus Magazinen und Büchern. Und von der Kunst auf den Skateboards, mit denen ich gefahren bin. Außerdem wurde ich von dem Graffiti in Jersey City und Manhattan inspiriert.
