DIRTYharri PECCINOTTI

Er hat das Bild der Welt verändert. Vor allem unser Bild von Frauen. In den sechziger Jahren arbeitete Harri Peccinotti als Kreativdirektor für Nova, ein Magazin, das noch immer großen Einfluß auf die Kunst der Zeitschriftengestaltung und Fotografie hat. Hier lässt er sich ein wenig in die Karten gucken.

Harri Peccinottis Wohnung liegt im 11. Arrondissement von Paris. Ich bin nervös. Ich werde gleich eine Legende persönlich treffen, jemand der die Welt der Grafik und der Fotografie revolutioniert hat, bevor ich diese Wörter überhaupt buchstabieren konnte. Ich habe keine Ahnung, dass mich der 74-jährige mit dem langen weißen Bart und den kristallklaren blauen Augen mit offenen Armen und großer Herzlichkeit empfangen wird. Innerhalb weniger Sekunden bin ich seinem wachen Geist, seinem britischen Humor und vor allem seinem Charme erlegen.

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Qvest: Über drei Dinge möchte ich gern mit Ihnen reden: Frauen, die sechziger und siebziger Jahre und auch etwas über Ihr Privatleben …

Harri Peccinotti: Ich habe kein Privatleben.

Ach, das glaub ich nicht …

Also, was wollen Sie wissen?!

Wie lange leben Sie schon in Paris?

Ungefähr 30 Jahre mit Unterbrechungen.

Sie sind aus London weggegangen und direkt nach Paris gekommen. Betrachten Sie sich immer noch als Briten?

Ja.

Und Sie sind verheiratet und haben drei Kinder.

Ja, aber mit drei verschiedenen Frauen.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich hatte eine Kunstlehrerin, die meinte, ich könne gut zeichnen. Ihr Mann hat mir einen Job in der Kunstabteilung des Unternehmens verschafft, in dem er arbeitete. Die Firma machte ihre ganze Werbung und Grafik selbst, das heißt man musste alles selbst machen: Schrift per Hand, Fotos, alles. Die Leute, die dort beschäftigt waren, waren unglaublich gut. Man hat alles von der Pike auf gelernt.

Wie sah Ihre erste Freundin aus?

Oh Gott!

Sie erinnern sich nicht?

Nein! Sie muss sehr hübsch gewesen sein!

Von welchen Frauen oder Stars haben Sie geträumt, als Sie 14 oder 15 waren?

Keine Ahnung … Jane Russell! Und später dann von den Frauen, die ich fotografiert habe. Claudia Cardinale gefiel mir wohl am besten! Ich habe sie einmal fotografiert. Sie war so irreal schön.

Sind die Bilder im Buch zu sehen?

Sie werden nicht im Buch abgedruckt, weil ich Angst hatte, sie würde mich verklagen (lächelt). Die Sache mit der Erlaubnis hat mir Bauchschmerzen gemacht, deshalb sind als Vorsichtsmaßnahme keine berühmten Leute drin.

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1 Comment

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