ansichten eines CLOWNS

seite-51_3

Qvest: Manish, wie würdest du dich selbst beschreiben? Wer ist Manish Arora?

Manish Arora: Ich bin leidenschaftlich. Ich liebe das Leben, meine Arbeit, alles um mich herum. Die Leute, die mir nahe stehen, und die Dinge in meiner Umgebung sind mir wichtig

Warum hast du die Mode als persönliches Ausdrucksmittel gewählt? Gab es je andere Optionen?

Ich wollte immer aus der Masse hervorstechen. In diesem Sinne ist Mode das ideale Ventil für Kreativität – der Ort, wo ich meiner Fantasie freien Lauf lassen kann.

Ist Mode in deinen Augen Kunst?

Absolut. Für mich ist Mode eine Form des künstlerischen Ausdrucks.

Und der Kommerz, das Geschäft?

Ich möchte etwas Außergewöhnliches schaffen, aber gleichzeitig möchte ich als ein Designer bekannt sein, dessen Mode sich verkauft, nicht jemand, der nur Einzelstücke für Modeschauen kreiert. Ich bin total glücklich, wenn ich sehe, dass die Leute auf der Straße meine Sachen tragen. Ich muss verkaufen, um die ganze Maschine am Laufen zu halten.

Wer trägt deine Mode?

Frauen, die Aufmerksamkeit wollen.

Wie arbeitet es sich in der Modebranche in Indien? Gibt es eine Art Szene und gehörst du dazu?

In Indien zu arbeiten ist fantastisch. Die indische Modewelt ist eine enge Gemeinschaft und ich fühle mich geehrt dazuzugehören.

Meinst du, ganz allgemein, der Ort, an dem man lebt und arbeitet, hat Einfluß auf den Schaffensprozeß?

Keine Frage. Ich führe einen Großteil meiner gestalterischen Sensibilität darauf zurück, dass ich in Indien aufgewachsen bin und dort lebe – die Sehenswürdigkeiten, die Klänge und Farben des Landes spielen eine große Rolle in meiner Arbeit.

Deine Schauen finden in Paris statt, aber du lebst noch immer in deiner Heimatstadt. Ist es schwierig, auf so große Entfernung mitzuspielen?

Nein. Ich reise ziemlich viel. Meine Agenten sorgen bestens dafür, dass ich gut vernetzt bin.

Dem Ideenreichtum deiner Kollektionen nach zu urteilen, steckt in jedem Stück ein Haufen Arbeit. Hast du eine bestimmte Arbeitstechnik?

Nein, meine Methode heißt, keine Methode zu haben. Im Großen und Ganzen mache ich, wonach mir grad der Sinn steht.

Wie würdest du dann deinen Geschmack, deinen Stil, deinen Zugang zu Mode beschreiben?

Verrückt, ungestellt, witzig.

Denkst du, Mode kann unterhalten und gleichermaßen zum Denken anregen?

Mode sollte Spaß machen. Sie sollte unterhaltsam sein und zugleich einen Eindruck hinterlassen.

Wer oder was inspiriert dich?

Meine Inspiration ist das Leben, die Leute um mich herum, meine Freunde, Musik, Indien. Alles und jeder, wirklich.

Farbe ist ein weiteres Schlüsselelement, oder?

Farbe ist Leben. Davon kann es nie genug geben. Indien ist Farbe und umgekehrt. Darum habe ich ein Herz in leuchtendem Pink als mein Logo gewählt.

Deine Modeschauen sind wie Theaterinszenierungen. Wie wichtig sind sie, um die Botschaft rüberzubringen?

Mir gefällt es, wenn meine Stücke und meine Show ein Element der Dramatik haben. Wie die Models aussehen trägt erheblich dazu bei, wie man beim Publikum ankommt. Für mich heißt Mode, eine Verbindung zu Menschen herzustellen und solche Shows sind dafür ideal.

Seiten: 1 2 3

Share this article on:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Digg
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • email

Leave a Reply