Der goldenen rock von Dries Van Noten

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Dries Van Notens Frühling/Sommer-Kollektion 2009 bietet Stücke, die vielseitig tragbar, aber gleichzeitig speziell sind. In seiner Kollektion lotet der Designer die Bandbreite zwischen Basics und bunt bedruckten Kleidern aus, die alles andere als alltäglich daherkommen. Dieser Zugang erinnert an die geniale Verwendung von Stoffen in den 40er Jahren nach der einfachen Formel: konservativer Materialeinsatz kombiniert mit experimentellen Details und Schnitten. Eine ähnliche Experimentierfreude zeigt sich in Van Notens Kollektion – von den Proportionen der Aufschläge bis zur Länge und Weite der Ärmel, wodurch mitunter ein schmalerer, gestreckter Look entsteht, der an die abgemagerten Leinwandgöttinnen der 40er Jahre erinnert.

Der Belgier trifft mit seiner vermeintlich einfachen aber sehr wandlungsfähigen Mode den Zeitgeist. Er schafft Basics, die gleichwohl raffiniert genug sind, das aufsehenerregende Lieblingsstück der Saison zu werden. Werbung braucht er sowieso nicht und damit keine sinnlose Kundenprofilierung wie die Konkurrenz. Van Noten ist groß und gleichzeitig klein – große Anziehungskraft, leiser Ton bei vergleichsweise geringer Medienpräsenz.

Dries Van Notens goldfarbener Lurex-Strickrock markiert einen Höhepunkt dieses Zugangs: Er lebt eine amerikanische Leichtigkeit, die schon vor Jahrzehnten verloren gegangen ist, aber das Ergebnis modernen Denkens ist. Dries Van Noten hat die einzigartige Gabe, simple, eklektische und unabnutzbar originelle Teile zu schaffen. Wie eben diesen Rock.

Juan Jose Quiceno studiert Mode in New York.


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