Der CLUBMAN von Mini

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Der Smart ist mini, zugegeben. Aber nur der Mini ist wirklich smart. Doch klein zu sein und praktisch allein, das reicht nicht mehr aus. Im Vergleich zum schicken Original aus den Sixties sah es aus, als habe ein gigantischer Elefant versehentlich seine Hufe aufgesetzt und den Wagen unangenehm in die Breite getreten. Dank verjüngter Proportionen sieht das beim neuen »Clubman«, dem als Kombi konzipierten Utility-Modell, zum Glück ganz anders aus. Dank der viel kantigeren Kastenform dechiffriert das ästhetische Auge sofort eine Art Baby-Volvo und reagiert dementsprechend verzückt. Die Hecktüren, wie beim Original seitwärts aufklappbar, versprechen dank ihrer strengen Quadratik craftmanship pur, die problemlos mit einem Griff umlegbare Rücksitzbank verwandelt den im Vergleich zum Cooper viel geräumigeren Klein-, ja fast Familienwagen in ein Nutzfahrzeug, das die notwendige Fahrten zu Bauhaus und Ikea mit Bravour erledigt. Da stört auf einmal selbst die etwas aufdringliche überdimensioniert gerundete Armaturengestaltung nicht mehr. Und die Asphaltnähe des tiefliegenden Chassis bewirkt, daß beim Fahren ein so nie gekanntes Gefühl metaphysischen Wegduckens entsteht, als entkomme man nicht nur elegant dem Straßenverkehr um sich herum, sondern auch der Krise an sich. Die läßt sich mit dem seit diesem Frühling erhältlichen Mini One Clubman besonders gut und weiträumig umfahren. Seine niedrige Motorisierung hohnlacht nicht nur dem ewig deutschen Wahn der Straßenraserei, sein vergleichsweise niedriger Benzinverbrauch (5,4l/100km) bewahrt auch vor dem Schock an der Tanksäule. Und wer in diesen Tagen einen Neuwagen erwirbt, will schon mindestens einmal ein grünes Versprechen wie »Bremsenergierückgewinnung serienmäßig« im Verkaufsgespräch gehört haben. All dies wird den Clubman schon bald zum würdigen Nachfolger der zwei klassischen Architektenautos der Vergangenheit machen: Weil Trollhättan demnächst vielleicht schließen muss, und so die bizarre Designmisere bei Saab ihr natürliches Ende findet – nicht nur der 9-5 Kombi sah zuletzt aus wie ein schlecht gezeichneter japanischer Comic – und weil Volvo seit dem Merger mit Ford zu viel Zeit mit SUVs und Kleinwagen verschwendet und den seit dem mißlungenen Remodeling im Jahr 2000 ohnedies unfahrbaren V70 sträflich vernachlässigt, ist der Clubman der Kombi der Zukunft. Nicht zuletzt deshalb, weil er das, was wir unter Maßgeblichkeit verstehen, ganz neu definiert. Will sagen: Was nicht in seine vier Wände paßt, braucht man auch nicht. 

 

Dr. Eckhart Nickel ist Schriftsteller und Journalist. Er lebt in Sonoma County/Kalifornien und arbeitet u.a. als Textchef für die Modezeitschrift Achtung.

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