a)beduine, b)frau, c)krieger
Dekonstruktion ist die Arbeitsweise, doch das Thema bei Damir Doma ist die Weichspülung des Männerbildes. Nicht umsonst gibt es viele Frauen, die in seinen (Männer-)Kollektionen fündig werden. Doch interessant sind die fließenden Gewänder, das Wechselspiel von körpernahen und körperhüllenden Teilen, weil sie in einem Genre mit besonders starren Regeln vorgeschlagen werden: der Herrenmode. »Es geht mir um den männlichen Körper. Der Mann hat sich noch nicht emanzipiert«, sagt Doma. Um diese Emanzipation voranzutreiben, schaut sich der Designer um. Im Nahen Osten und in Asien sieht er Männer mit Kleidern, in Japan bewundert er den respektvollen Umgang zwischen Frauen und Männern, in Schweden erschrickt er sich, wenn er in der Disko von Mädchen angemacht wird: »Da sind die Menschen tatsächlich gleich. Aber ich fühle mich in solchen Situationen unwohl. Mir kommt das aggressiv vor.«
»Mir ist klar geworden, dass ich kein Stadtmensch bin. Ohne den Monat am Chiemsee könnte ich es nicht«, sagt Doma über sein sich derzeit rasant beschleunigendes Leben. Seine Mode erzählt vom Ende der Zivilisation, von einer Zeit, in der die kulturellen Koordinaten sich verschieben und die Kleidernormen obsolet geworden sind. Anders aber als die Kleider von Rick Owens oder die des furiosen Gareth Pugh scheinen Domas Entwürfe für eine postapokalyptische Welt geschaffen. Sie sind frei von Zerstörungswut und Defätismus, sie sind im besten Sinne utopisch.

»Es ging mir um die Interpretation eines Raumschiffes«, sagt Damir Doma über seine Winterkollektion: »Der Mensch betritt einen Ort, an dem er noch nie war und über den er nichts weiß. Er kommt aus dem Nichts raus – in das Nichts.«
