beuys don‘t CRY

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Im Juni geht die Kunstwelt auf Tour. Es beginnt mit »fare mondi« auf der Biennale in Venedig und dann zum »parlare crisi« auf die ArtBasel. Spätestens hier soll die Euphorie der neoliberalen Konjunktur-Auguren in Bezug auf das »neue Geistige« in der Kunst schnell verfliegen und die Luft wird nur noch durch die Celebrity-Düfte von Francesco Vezzolis »Greed« bei Gagosian vernebelt werden. Erzeugen Legenden noch Mehrwert oder ist jetzt beides verschwunden? Die Karten werden neu gemischt? Dr. Doom, Michelle Rubini würde sagen: »Es ist einfach wieder Schluß mit roten Metallherzen.« Die Märkte sind implodiert. Händler tauchen einfach unter und lassen sich neue Nasen machen. Die Blütezeit des Kunstmarkts wird auch in Basel zu Ende sein, viele strahlende Gesichter von einst werden zu Masken erstarrt sein. Kein Eintritt mehr für Arndt & Partner. Warum? Der Glaube an die reinigenden Kräfte des Marktes wird von vielen beschworen, andere sehen eine Wiederbelebung der Kunst-Kritik oder hoffen auf die Erlösung durch die wahre Kunst. Die Messe wird deshalb nicht besser oder schlechter und die Deals nicht weniger unverfroren. Andere Große werden wir auf der Messe vermissen, wie Micheline Szwajcer, die sich konsequent entschlossen hat, ihre Präsenz auf die eigenen vier Wände zu reduzieren. Private Dealing, das Erreichte sichern. Einen Schwächeanfall à la Ackermann wird man sicher nicht erleben. Aber wir werden die Oligarchen, die mittelmäßigen Fotomodelle und ihre Celebrity Culture vermissen, falls sie nur durch verschwitzte und abgewetzte Krägen ersetzt werden. 

Der Kunstmarkt ist implodiert. Folgt jetzt der Planet Erde? In seinem neuen Film »Apocalypto Now« widmet sich Jonathan Horowitz dem Klimawandel und dem Katastrophenfilm. Zu sehen im Museum Ludwig/Köln.

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